Mit dem Essen spielt man nicht - Erntedankfest, Sonntag 29. Oktober 2017, 9:45 Uhr

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"Mit dem Essen spielt man nicht!", mahnte uns Kinder die Grossmutter, und duldete keinen Widerspruch. Zum Beispiel, wenn wir mit dem Teig der Brötchen kleine Kügelchen formten.
Mit dem Essen nicht zu spielen, dahinter steckt eine altbacken wirkende Ehrfurcht. So etwas wie die Ehrfurcht vor dem täglichen Brot, um das wir in jedem Unservater bitten. Mit Gottes Schöpfungsaugen schaute meine Grossmutter auf die Lebensmittel, voller Ehrfrucht vor der Schöpfung: Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte. Und siehe, es war sehr gut.
Vielleicht spielte bei meiner Grossmutter aber auch noch etwas anderes mit, nämlich die Erinnerung an den Hunger in ihrer Jugend. Damals, in den schlimmen Jahren, als das Brot fehlte, als man Brot nur gegen Wertmarken bekam, verkaufte sie ihre Bücher gegen Brot. Und man konnte mit Brot bezahlen, es war buchstäblich Gold wert. Das wusste die Grossmutter noch. Für uns heranwachsenden Enkelkinder klang das unvorstellbar. Solche Geschichten jedenfalls erzählen manche Alten, wenn sie gefragt werden, warum sie partout kein Brot wegschmeissen können.
Zum Erntedankfest am 29. Oktober schmücken die Landfrauen unsere Kirche. Sie bringen Obst, Gemüse und Blumen zum Taufstein. So steht uns vor Augen, wovon wir leben und was uns nährt. Gleichzeitig sind die Kinder zum Chindersunntig eingeladen. Und nach dem Gottesdienst gibts Chilekafi im Kirchgemeindehaus.
Sebastian Zebe,
Autor: Sebastian Zebe     Bereitgestellt: 23.10.2017    
 
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